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Freitag, 12. Oktober 2007

2-Wochen-Bilanz

... du bist schon nen ganz spezieller Fall... :-P

Das Fazit der letzten 14 Tage auf dem 5. Kontinent fällt seitens meiner Wenigkeit äußerst positiv aus! Den Lebensstil der Australier konnte ich noch nicht annehmen, aber trotzdem bin ich schon gut zur Ruhe gekommen.
Nachdem nun auch die Richtung meiner Arbeit grob festgelegt wurde, kann ich mich dort auch voll entfalten. Es wird sich um die Verwendung verschiedener, auch biologisch abbaubarer Polymere für die Einbettung von elektronischen Komponenten drehen. Also dicke Plasteplatte drunterlegen, Heizen, Vertiefungen reindrücken, Bauteile rein, leitfähige "Tinte" für die connection aufgedruckt und dünne Folie oben drauf gebacken. Gerade diese Verbindung der Platte mit der Folie soll auf Dichtheit, Temperatur- und UV-Stabilität untersucht werden. Dazu müssen hier erst mal ein paar Testobjekte hergestellt werden, was ich dann wohl nächste Woche in Angriff nehmen werde.
Die Meetings mit dem Prof hier waren sehr angenehm und unterhaltsam. Auch dieses heute, dem noch einige andere Mitarbeiter beiwohnten, war recht interessant. Freilich versteht man nur Bahnhof vom Fachchinesisch, aber trotzdem ne gute Sache. So ist jeder ein bißchen genötigt seine wöchentlichen Ergebnisse darzubieten... Natürlich musste ich auch einen kleinen Beitrag leisten, was sich aber als ganz amüsant für die Anderen herausstellte. Dabei hatte ich doch noch nix Handfestes "geforscht" in der Woche! Egal, verlief besser als erwartet, abgehakt.

Tjaa, das Wetter... das ist so ein Thema für sich. Erst war ich ja froh, als Anfang der Woche einzelne Wolken aufzogen. Als ich dann aber Dienstag nach einem Kettenriss meines Fahrrads eben dieses nach Hause schob, kam da mal eben ein DICKER Schauer vom Himmel. Also soviel Wasser von oben hab ich bisher selten mitbekommen. Auch Hagelkörner, so groß wie Euromünzen, gesellten sich zu dem munteren Treiben. Da ich auf die Schnelle keine geeignete Überdachung fand, rettete ich mich in eine dieser unterdimensionierten Bushaltestellen. Zwei Böen und ich war komplett nass. Also meine Schuhe ausgezogen und durch die kleinen Sturzbäche auf den Gehwegen Richtung Wohnung gewatet. Klasse Aktion.
Jetzt, am Freitag, nimmt die Sonne wieder Überhand und kitzelt das Thermometer in erquickliche Höhen. Das kann ja was werden am Wochenende.
Für letzteres hab ich noch keine konkreten Planungen, aber vielleicht besuch ich mal den Pazifik oder geh auf das von Brisbane kopierte Oktoberfest. A Mordsgaudi! ... Schaun wir mal.
Wenn jetzt nicht unser Herd im Eimer wäre, würde ich mir ein leckeres Abendmahl bereiten...

Freitag, 5. Oktober 2007

ein bisschen Alltag kehrt ein

So, um hier noch mal etwas Klarheit in die trübe Suppe der spärlichen Informationen aus Übersee zu bringen, ist hier zunächst meine jetzige Postadresse:

9/60 Marlene St

Mount Gravatt East

QLD 4122

Um die Mühe zu sparen, hab ich gleich mal eine Umgebungskarte und meinen Uniweg dargeboten.

Seit einer Woche bin ich nun schon beschäftigt in der Universität und es gefällt mir recht gut! Noch ist mein Thema nicht genügend konkretisiert, aber nächste Woche steht ein Meeting mit dem Professor an und da werden dann hoffentlich Nägel mit Köpfen gemacht. Doch im Großen und Ganzen geht es um eine neue Verfahrenslinie zur Herstellung von Zusammenstellungen von elektronischen Bauteilen, also z.B. Leiterplatten oder Sensorsysteme. Diese werden auf herkömmliche Art und Weise auf eine Art Fiberglasplatten aufgebracht und dort verlötet (wer jemals in seinem Computer das Mainboard gesehen hat, wird wissen, was ich meine). Doch ist das alles nicht so ganz umweltfreundlich und so hat sich mein Betreuer etwas Neues einfallen lassen. Hier werden die benötigten Elemente (Widerstände, CPUs usw.) in Thermoplaste eingebettet, was ja leicht rezykliert werden kann. Zugleich bietet diese Einbettung einen prima Schutz gegen alle möglichen Einflüsse. So weit so gut. Prototypen wurden bereits mit einer funktionierenden Maschine hergestellt und nun wartet das Ganze auf Optimierung und dergleichen um irgendwann Marktreife erreichen zu können. Auch muss gewährleistet bleiben, dass eventuelle Verfahrensverbesserungen im Rahmen von europäischen und anderen Richtlinien, in Bezug auf Schadstoffgehalte u.a., bleiben. Wenn es jemanden näher interessieren sollte, der kann sich gerne hier mal reinlesen:

http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?IA=WO2007002995&DISPLAY=STATUS

Soviel zur (für einige doch recht trocken erscheinenden) Theorie, nun aber auch mal was Zwischenmenschliches! :-)

Also bin ich am Anfang der Woche mit meinem französischen Mitbewohner mit dem Bus zur Uni gefahren und hab so erfahren können, wie viel Umweg Busse machen können. Für eine Strecke von ca. 5 km wurde da gut und gerne schon mal 35 min gebraucht. Das kann ich besser, hab ich mir gedacht und an zwei Abenden mein bei dem Garagenverkauf erstandenes Fahrrad aufgemöbelt. Heute sollte dann die Strecke zu meiner Arbeitsstätte per Rad zurückgelegt werden – und es hat bestens geklappt! Sowohl das Fahrrad als auch ich haben durchgehalten und wir haben uns im Anschluss gegenseitig gratuliert ;-)

Im Büro sitzen wir da meist zu fünft: Morgan (der Franzose), Neeli (mein indischer Betreuer), Amin (persischer Herkunft – hat Kontakte zu meinem Vermieter Armin) und Leon sowie meine Wenigkeit. Leon ist der einzige gebürtige Australier und als solcher sorgt er immer für gute Laune am Arbeitsplatz. Nebenbei ist er noch bei einer Firma angestellt und leitet zusätzlich noch eine eigene Firma! Da lässt sich denken, dass der Mann schwer beschäftigt ist. Alles in Allem also eine kulturell gut durchmischte Truppe, was viele interessante Aspekte mit sich bringt. So hab ich beispielsweise meinem Betreuer erstmal richtig (auf Wunsch) erklären müssen, wo Deutschland nun exakt liegt und wo ich nun studiere.

Alle sind nett und zuvorkommend und noch wurde es mir nicht leid hier her gekommen zu sein :-)

Auch der Campus hat einiges zu bieten. Neben den obligatorischen Vorlesungs- und Forschungseinrichtungen sind hier noch reichlich Einkaufsmöglichkeiten, Postamt, verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten oder auch Friseure anzutreffen. Es fehlt an nichts!

Durch den relativ langen (für mich natürlich _zu_ langen) Arbeitstag von 8 Stunden kam ich noch nicht so richtig dazu, viel mehr als die Umgebung und die Uni zu sehen. Doch jetzt ist Wochenende und ich bin bereit für Neues! Auch ist mit dem Rad alles einfacher zu erreichen und ich freue mich auf die vielen Erkundungen die nächsten Tage.

Noch ein paar Worte zum momentanen Wetter hier (nicht _nur_ zum Ärgern für die Daheimgebliebenen): es ist gute 25°C und sehr angenehme Luft hier tagsüber. Nur Sonne. So kann es von mir aus bleiben…

Donnerstag, 4. Oktober 2007