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Die Suche nach dem Schlafplatz war in der Tat mehr als krampfhaft. Direkt in der City konnten wir schlecht bleiben wegen Abschleppungsgefahr und die drei außerhalb liegenden Zeltplätze waren dieser Tage komplett ausgebucht. Kurzum entschieden wir uns für Bondi Beach in der Hoffnung, hier eine ruhige Ecke zu finden. Von wegen, das war der totale Reinfall. Wir konnten absolut nicht verstehen, warum dieser Ort so heiß begehrt ist – völlig zugebaut und kaum Platz. Nun gut, wir haben ihn ja nur im Dunkeln sehen können, doch das hat uns gereicht, nicht noch mal am Tage herzukommen wie ursprünglich geplant. Tja, damit ging die Suche dann auch weiter, denn hier war definitiv nichts zu machen. Also fuhren wir wieder rein in die City und zur anderen Seite raus. Inzwischen war es auch schon Mitternacht und wir totmüde. Letztendlich hatten wir die Schnauze so voll, dass wir uns einfach auf einem kleinen Rastplatz niederließen mit der Landebahn des Flughafens etwa 100 Meter links von uns und dem Highway 20 Meter rechts von uns. Bis auf die Tatsache, dass alle Nas` lang ein Roadtrain vorbeiraste und alle fünf Minuten Flugzeuge landeten beziehungsweise starteten, schliefen wir recht gut. Es gab sogar diesmal Duschen inklusive – fast schon Luxus der Platz und immerhin umsonst und das in Sydney.Heute Morgen sind wir dann noch mal rein in die Stadt, um unsere Hafenrundfahrt nachzuholen. Und da fing unsere Pechsträhne auch schon wieder von vorne an. Um elf sollte das Boot ablegen, es war bereits dreiviertel, als wir endlich `nen Parkplatz gefunden haben, mal wieder nur für zwei Stunden, aber ausreichend. Henning hat auch fleißig die neun Dollar gezahlt, doch fehlte vom Ticket jede Spur. Na toll und nun? Nochmal zahlen war uns definitiv zu fett. Also anrufen bei der Störungs-Hotline. Die haben dann erstmal alles schön kompliziert gemacht mit Personalien aufnehmen und so. Dabei wollte ich nur fragen, ob wir einen Zettel in der Windschutzscheibe hinterlassen können nach dem Motto „Bezahlt, aber Automat defekt“. Nee, wir sollten warten, bis uns irgendwer anruft. Keine Zeit und als nach fünf Minuten sich noch keiner gemeldet hat, haben wir doch einfach einen Zettel hinterlassen und damit riskiert abgeschleppt zu werden. Das Boot haben wir natürlich verpasst, aber eine viertel Stunde später fuhr noch eins. Und dann haben wir zwei erstmal so richtig schön die Seele baumeln lassen. Sydney ist wirklich traumhaft vom Wasser aus, der Ausflug hat sich so was von gelohnt.Tja und dann war es auch schon wieder am frühen Nachmittag und so langsam mussten wir der Stadt Lebewohl sagen, wenn wir bis Samstag wieder zurück an der Gold Coast sein wollten. Immerhin lagen noch schlappe 900 Kilometer vor uns. Abgeschleppt wurden wir nicht, aber das Desaster sollte weiter gehen. Erst wollte uns Sydney nicht haben und dann nicht wieder gehen lassen – toll! Der Motor sprang nicht an, der Saft war total runter – keine Chance ohne Starthilfe. Diesmal war es, muss man dazu sagen, unsere Schuld: Wir haben das Licht brennen lassen und das doofe Auto hat natürlich keine Anzeige oder ein Warnsignal. Nun standen wir da und mussten fast schon lachen. Jetzt konnte uns wirklich nichts mehr so recht aus der Fassung bringen. Henning versuchte sein Glück mit Taxifahrern, die natürlich alle kein Startkabel dabei hatten. Schöner Mist und wir hatten keinen Plan, wo die nächste Tankstelle sein könnte, um selbst eines zu kaufen. Schließlich hatten wir zwei Batterien im Auto. Ein sehr netter Kühlschranklieferant hatte dann doch noch Erbarmen mit uns und Henning zur nächsten Tankstelle gefahren, während ich brav das Auto hütete und es vor dem Abschleppen bewahrte. Nebenbei schaffte ich es wenigstens meine vielen Urlaubsgrüße nieder zu schreiben, so dass de Postkarten wenigstens noch direkt aus Sydney abgeschickt werden konnten. Nach gut einer halben Stunde war Henning dann mit samt Kabel wieder zurück und unser Problem gelöst. Nun schnell raus aus der Stadt und ab nach Norden. Nach Newcastle mussten wir heute auf alle Fälle noch kommen. Das schafften wir auch, wenn gleich sich die Abbiegung in den Ort keinesfalls gelohnt hat. Absolut tot und verschlafen die Stadt – na ja, wir waren ja auch ganz schön verwöhnt inzwischen von Sydney. Ist aber auch nicht schlimm, denn heute wollen wir eh nur noch schlafen.
Heute haben wir es nach einigen Hindernissen doch endlich geschafft und sind vorerst gut in Sydney angekommen. Der erste Weg führte uns zum Olympiapark. Fast ganz allein auf dem riesigen Gelände liefen wir von Stadion zu Stadion und waren schwer beeindruckt. Da haben wir uns glatt vorgestellt, wie toll es wäre, jetzt hautnah die Olympischen Spiele zu erleben. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir noch ne Runde schwimmen gegangen im Aqua Stadium, übrigens der einzige Ort, der im gesamten Park belebt war. Die Zuschauerränge schienen hier kein Ende zu nehmen, unvorstellbar. Doch unsere dreitägige Verspätung ließ leider keinen kleinen Abstecher ins kühle Nass zu.Außerdem konnten wir es nun doch nicht mehr erwarten, die Wahrzeichen von Sydney zu sehen – Harbour Bridge und Opera House. Zugegeben wesentlich kleiner als wir uns das vorgestellt hatten, dennoch eine sehr schön anzuschauende Kulisse. Dementsprechend haben wir auch Fotos geschossen ohne Ende. Leider hatten wir vorerst nur zwei Stunden Zeit, denn Parken hier ist absolut die Hölle – viel zu teuer und für unseren 2,65 Meter hohen Camper in Parkhäusern nicht machbar. So schritten wir scharfen Schrittes gen Circular Quay und von dort weiter zum Opera House, das wir nun genauer unter die Lupe nehmen wollten. Sehr interessante Architektur, die uns da begegnete, und dennoch nicht befremdend, erinnerten die Baumaterialien und auch Farben sehr an alte DDR-Bauten. Liegt wahrscheinlich an den siebziger Jahren. Hier ein paar Eckdaten. Das Gebäude ist 183 Meter lang, 118 Meter breit und bedeckt eine Fläche von etwa 1,8 Hektar. Sein unverwechselbares Dach ragt 67 Meter hoch auf und ist mit 1.056.000 glasierten, weißen Keramikfliesen verkleidet, die aus Schweden importiert wurden. 580 Betonpfeiler, die 25 Meter tief in den Boden ragen, tragen das etwa 160.000 Tonnen schwere Bauwerk. So weit so gut.Leider hatten wir wenig Zeit zum Verweilen, die Parkzeit lief schneller ab als gedacht. Dann begann die Suche nach einem geeigneteren Standort für unser Fahrzeug – ein Unterfangen in Sydney. Wir sind bestimmt `ne dreiviertel Stunde durch die Gegend gedüst, um endlich auf das wohl einzige Parkhaus der Stadt zu stoßen, das Platz für hohe Autos bietet. War zwar auch nicht billiger, aber immerhin konnten wir die Karre hier bis Mitternacht lassen, wenn wir wollten. Jetzt gestaltete sich der Städtebummel etwas entspannter. Als nächstes zogen wir durch Darling Harbour, einem sehr schönem Stadtteil zum Verweilen. Gemütlich mit vielen Kneipen und Kaffees wurde hier ein Art Ruhepunkt in der Stadt geschaffen und das noch direkt am Wasser. Das nutzten Henning und ich gleich mal aus mit einem Gläschen Wein und Bier. War zwar erst am Nachmittag, aber die Gelegenheit konnten wir uns wahrlich nicht nehmen lassen. Herrlich, eine Stadt mal nicht im Stress zu erleben. Überhaupt scheint Sydney weniger unruhig und hektisch als manch andere Großstädte. Belebt schon, aber irgendwie alles ausgeglichen. Ich muss zugeben, dass es wider Erwarten die schönste Stadt in Australien ist, die wir gesehen haben nach Adelaide. Sehr europäisch mit historischen Bauten – da kann man sich einfach nur wohl fühlen. Dabei dachte ich erst, dass Sydney nicht mehr als seine Wahrzeichen zu bieten hätte. Doch da habe ich mich gewaltig getäuscht und ich bin wirklich froh, dass wir noch eine Nacht hier bleiben, um das Flair der Stadt zu genießen.Nachdem wir die wichtigsten Orte zu Fuß abgeklappert haben, zog es uns noch mal an den Circular Quay, von wo aus sehr lohnenswerte Schiffsfahrten angeboten wurden. Wir wollten Sydney bei Nacht gerne vom Wasser aus erleben. Doch beim Anblick der Preise ließen wir schnell davon ab. 85 Dollar pro Person waren uns dann doch definitiv zu viel, zumal es nichts ohne Dinner gab. Dabei wollten wir ja gar nichts essen, sondern viel mehr die Aussicht genießen. Also haben wir diesen Punkt unserer Sydneyliste kurzerhand auf morgen verschoben und sind noch mal zurück nach Darling Harbour, wo wir uns eine gemütliche Kneipe suchten und verweilten, bis es dunkel wurde und wir Harbour Bridge und Opera House noch mal in voller Beleuchtung bestaunen durften – ein traumhafter Anblick.Ein sehr aufregender Tag und nun geht die krampfhafte Suche nach einem geeigneten Schlafplatz los.

Nach eher spätem Erwachen riefen wir kurz mal zu Hause durch um auch den zehn Stunden hinterher Hängenden zum neuen Jahr nur Gutes zu wünschen. Dann gings ab auf den Hume Hwy Richtung Nordosten. Canberra lag auf dem Weg, also warum nicht mal vorbeischauen? Mehr wurde es auch wirklich nicht, da die durchgeplante und vollkommen charme-freie City nicht viel für unsereins zu bieten hatte. Fix das Parlaments- und Regierungsviertel angeguckt (von innen ganz nett), im Vorbeifliegen das "War Memorial" mitgenommen und schon war Australiens Hauptstadt für unsere Reise passé.
Weiter auf der Fernverkehrsstraße, entschieden wir uns doch noch ein wenig von der Ostküste südlich von Sydney mitzunehmen. In die Stadt schaffen wir es sowieso heute nicht mehr. Also ruckzuck an die Pazifikküste und herrliche Aussichten genießen. Hier vertrieben wir uns die Zeit mit weiterem Fahren, Fahren, Fahren. Nördlich von Wollongong suchten wir uns einen kleinen, aber feinen Parkplatz und nächtigen nun neben einer öffentlichen Toilette, einer recht stark von Zügen frequentierten Strecke mit Bahnübergang, die hupen alle paar Minuten auch immer herrlich, doch mit einem recht manierlichen Blick auf das weite weite Blau des Meeres. Freie Campingplätze werden hier rar und wenn noch die letzen Plätze zu haben sind, wird ein Wucherpreis verlangt. Nicht mit uns! Schließlich ist so ein Campervan praktisch und unabhängig genug, um auch ohne Anschluss an Kabelei und Wasserschlauch ein "wohliges Heim" zu bieten.