Posts mit dem Label Ankunft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ankunft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 7. November 2007

Ankunft in Gold Coast

Nach zwei Tagen Brisbane hieß es letzten Donnerstag endlich auf in meine neue Heimat für die nächsten sieben Monate – Gold Coast, ich komme! Da Henning noch an der Uni arbeiten musste, machten wir uns erst am späten Nachmittag auf in den Süden. Gold Coast liegt etwa 70 Kilometer südlich von Brisbane – gut zu erreichen mit Bus und Bahn, auch wenn man insgesamt 2 Stunden unterwegs ist. Doch der Kostenfaktor entschädigt für alles. Die gesamte Strecke kostet hier nur 8,40 AUD, was ungefähr 6 Euro entspricht. Das ist sehr günstig. Für die Strecke Ribnitz – Greifswald, was dieselbe Distanz ist, wären es mit Bus etwa 16 Euro. Als Student zahlt man davon nur die Hälfte. Ich hoffe sehr, dass ich wie Henning bald meine „Student and Staff“ Card bekomme. Dann würde uns die Tour nur 3 Euro kosten, ein wahres Schnäppchen!!!!
Wie dem auch sei, wir erreichten Gold Coast mit Sack und Pack bereits im Dunkeln. Somit kann ich nicht wirklich sagen, wie mein erster Eindruck war. Halt einfach eine beleuchtete Stadt wie jede andere auch. Wir fuhren mit dem Bus direkt zum Uni-Campus und hier musste ich trotz Dunkelheit dann erstmal staunen. Das war und ist eine wahre Pracht, alles modern und auf einem Fleck! So freute ich mich schon auf Freitag, meinem ersten Arbeitstag. Auch wenn ich sehr beeindruckt war von meiner neuen Wirkstätte, sollte sich die Haltestelle als äußerst ungünstig erweisen – zu viel Gepäck für die Strecke zu meinem neuen Heim. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir von der näheren Bushaltestelle zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatten und uns so eh unserem Schicksal ergeben mussten. Auf uns wartete nun ein gut halbstündiger Fußmarsch mit fast 30 Kilo Gepäck – na gut, für mich vielleicht 8 und für Henning die restlichen 22!!!! An den Umrissen der Häuser konnte ich bereits erahnen, in was für eine noble Wohngegend ich ziehen werde. Dann standen wir endlich vor dem Haus Nummer 6 im Inverness Way. Nun war ich doch ein bisschen aufgeregt! Der erste Eindruck von außen war toll, was sich später auch für drinnen bestätigen sollte. Kaum haben wir an die Tür geklopft, kam auch schon Todd, der Hausbesitzer, um ums in Empfang zu nehmen. Doch nicht nur er war erfreut, uns zu sehen. Als ich das Mautzen von Charly hörte, war ich restlos begeistert – eine Katze, wie toll! Bevor ich das Haus in Augenschein nahm (Henning kannte ja schon alles durch eine vorherige Besichtigung), hat sie sich (ja, es ist wirklich eine Katze und kein Kater trotz Namen!!!) ihre erste Streicheleinheit abgeholt und damit habe ich wohl ihr Herz erobert. Todd freute sich, dass ich Katzen mag. Damit hatte ich schon mal ein Stein bei ihm im Brett!
Nun stand ich vor der Wahl: Welches Zimmer sollte es nun sein? Beides die ehemaligen Kinderzimmer seiner Kinder Josh and Cody und dementsprechend schön bunt, aber gemütlich. Ich nahm schließlich das kleinere, welches definitiv die bessere Lage hat - weniger Sonne und abgelegen vom Gartenbereich und damit schön ruhig. Nun hieß es Sachen auspacken und dafür erstmal den großen Einbauschrank von den restlichen Kindersachen befreien (ja, hier sieht man alles nicht so eng!!!), Bett beziehen und ein bisschen gemütlich machen in meinem neuen Reich! Mir gefiel es hier auf Anhieb und das war ein gutes Zeichen.
Es ist wirklich super gemütlich, habe einen eigenen Wohnbereich mit Fernseher (na ja zumindest so lange, bis noch eine weitere Studentin kommt – das kann aber bis Januar dauern, weil hier das Semester gerade zuende geht.). Die Küche ist ebenfalls super klasse und voll ausgestattet (Ja, hier kann ich sogar mal backen!!!!!! Ganz wichtig!!!!!). Henning war schon ein bisschen neidisch auf diesem Luxus, zumal sein Herd in Brisbane seit drei Wochen funktionsunfähig war und er seitdem kein warmes Essen mehr hatte. Beim Anblick des riesigen Plasmafernsehers im Wohnzimmer von Todd blieb ihm fast der Mund offen stehen!!!! Mich hingegen interessierten eher die für Hausfrauen wichtigen Sachen wie Waschmaschine etc. J. Alles da und für mich nutzbar – fantastisch! Besser geht es wirklich nicht. Als ich Todd fragte, ob wir den Mietvertrag später machen können, weil ich hier erstmal auf Probe wohnen wollte, sagte er, dass er gar keinen Vertrag aufsetzen wolle! Das einzige, worauf er Wert legt, ist, dass abends die Küche aufgeräumt ist (ok, das sollte nun wirklich nicht das Problem sein) und dass ich immer schön abschließe wegen dem Plasmafernseher (muss ja ein Vermögen gekostet haben, das gute Stück!). Und das war`s! Wow, sind die unkompliziert hier. In Deutschland wäre das undenkbar, jemand völlig Fremdes in sein Haus zu holen, ohne irgendetwas von ihm zu wissen! Na ja, immerhin kannte er meinen Vornamen! Viel sollte ich andersherum von Todd aber auch nicht erfahren. Er verbrachte das ganze Wochenende bei seiner Familie und so bekam ich ihn erst am späten Sonntagabend wieder zu Gesicht, als Henning schon längst zurück in Brisbane war. Auch schön, so hatten wir das gesamte Haus das ganze Wochenende für uns, da kann man sich dran gewöhnen!
Aber selbst in der Woche ist Todd kaum hier, kommt nur zum Schlafen her, da muss ich ihm schon mal regelrecht auflauern, um ihn zu sehen. Gestern Abend musste ich bis 21.30Uhr warten, bis er endlich kam. Und dann drückte ich ihm gleich ein Gespräch auf (na ja, fällt mir ja nicht sonderlich schwer J!!!) Nach einer Stunde wussten wir dann beide bedeutend mehr voneinander als nur unsere Vornamen – Todd ist eigentlich Neuseeländer und arbeitet als Bauaufsicht, früher war er wohl Autohändler. So sind wir dann von einem Thema zum anderen gekommen, seine Familie, Bräuche usw. Es war wirklich sehr interessant und hat unser Verhältnis zueinander ein bisschen gelockert. Ich denke, wir werden in Zukunft gut miteinander zurecht kommen. Bin auch schon sehr auf seine Kinder gespannt, die ab und zu mal herkommen. Die haben ihn wohl gleich gefragt, wie ich denn so bin und ob ich Charly mag, ganz wichtig für die beiden. Die freuen sich auch, dass die Katze jetzt wieder regelmäßig versorgt wird mit Futter und Streicheleinheiten.


Ankunft in Gold Coast

Donnerstag, 1. November 2007

Die große Reise nach Brisbane

Nun bin ich schon drei Tage in Brisbane und kann es immer noch nicht glauben, dass ich dafür einmal um die Welt geflogen bin!

ABSCHIED

Wie ich bereits geahnt habe, konnte ich natürlich die Nacht zu Sonntag kaum schlafen – die Aufregung war einfach zu groß! Meine Eltern und ich sind bereits um 8Uhr morgens zum Hamburger Flughafen aufgebrochen. Nach 2,5 Stunden Fahrt waren wir vorerst am Ziel – viel zu früh, aber gerade an einem Sonntag und dann noch zu Ferienende kann man nie wissen, was auf den Straßen los ist! Wir sind gleich zum Check in-Schalter, haben dort schließlich mein Gepäck aufgegeben und ich bekam meine Boarding Card. Eigentlich sollte ich auch mein Ticket für das Hotel in Dubai erhalten, doch davon wusste die nette Frau am Schalter nichts. Gut – dachte ich - wird ja kein Problem sein, diese nachträglich auszustellen und so wurde ich zum Emirates-Info-Schalter geschickt. Ein kurzer Blick in meinen Pass und schon hatte ich den erforderlichen Wisch, obwohl mein Reisebüro es augenscheinlich versäumt hatte, mein Zimmer mit zu buchen. Na ja, Emirates kann es sich ja leisten! Da kommt es auf eine Person mehr oder weniger auch nicht an, für die man die Hotelkosten übernimmt! Alles Service – sagt man!

Nachdem die Formalitäten erledigt waren, blieben uns Dreien noch etwa anderthalb Stunden bis zum Abschied. Zur Ablenkung schauten wir den abhebenden und landenden Flugzeugen zu und je mehr ich davon sah, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich auch bald in so einem Riesending sitzen werde und in den Lüften verschwinde. Irgendwie komisch, aber nun wurde es auch wirklich Zeit, dass es endlich los ging. 12.45 Uhr war es dann soweit: Ich musste in den Sicherheitsbereich und es hieß nun, Mutti und Papa nochmal ganz fest drücken und für die nächsten sieben Monate tschüß zu sagen. Dann war ich erstmal froh, dass eine Schlange vor mir war – das gab mir Zeit, die geflossenen Tränchen zu trocknen. Mutti und Papa blieben noch an der Glaswand stehen, bis die Kontrolle meines Handgepäckes vorüber war. Noch ein letztes Mal Winken und dann war ich auch schon in der Abflughalle verschwunden.

FLUG NACH DUBAI

Der kurze Fußmarsch bis zum Gate B20 mit Laptop und vollgepackten Rucksack erwies sich bereits anstrengender als erwartet, doch sollte ich hier noch nicht erahnen, wie das erst in Dubai werden wird. Beim Gang ins Flugzeug fragte ich mich dann instinktiv, wer wohl während der ersten Flugstrecke von 6,5 Stunden neben mir sitzen wird. Hoffentlich niemand, der müffelt, ging es mir durch den Kopf. Kaum zu glauben, aber es kann tatsächlich noch schlimmer kommen! Am Platz angekommen, erblickte ich einen Iraner mittleren Alters und ich freute mich noch auf ein eventuell interessantes Gespräch mit ihm. Das sollte sich aber bald ändern. Kurz nach dem Start um 14Uhr forderte er seinen ersten Vodka, kaum hatte er diesen aus, bestellte er den nächsten. Hui, dachte ich, das geht aber fix! Nun ja, zwei Vodka wären ja noch vertretbar, als er allerdings innerhalb der ersten 30 Minuten vier weggeschluckt hatte, wurde mir doch komisch! Beim fünften merkte er anscheinend meinen fragenden Blick und so sah er sich wohl in Erklärungsnot: „I`m so scared of flying. That`s why I have to get drunken.“ Mmmh, ok – mir war ja auch nicht ganz wohl vorm Fliegen, aber gleich betrinken? Nee, dachte ich, muss auch nicht sein!

Etwa eine Stunde nach Start gab es das erste Menü. Ich entschied mich spontan für Hühnchen mit Nudeln, Pilzsoße und Gemüse. Dazu gab es noch ein Zitronendessert, zwei verschiedene Salate und ein Brötchen mit Butter und Käse. Oh man, wer sollte das nur alles essen? Auch mein netter Herr Flugnachbar nahm dieses Essen, doch bevor die Stewardess servieren konnte, musste sie erstmal seinen Platz von den Vodkaflaschen befreien. Beim Anblick der Vielzahl wurde ihr auch ganz anders und so sah sie mich ganz mitleidig an. Tja, half auch nichts, denn seinen geforderten Rotwein gab sie ihm trotzdem! Hoffentlich muss der sich nicht übergeben, schoss es mir durch den Kopf. Nach drei Happen legte er sich allerdings gemütlich zurück und grunzte erstmal die eine oder andere Stunde! Doch wer glaubt, dass ich so Ruhe hatte, der täuscht! Immer wieder schreckte er mit lauten Hustenschreien hoch (natürlich ohne sich die Hand vor den Mund zu legen!!!!), so dass sich Passagiere etwa vier Reihen vor mir noch umdrehten und ihren Kopf schüttelten. Ich entschied mich dann, lieber meine Kopfhörer aufzusetzen, damit ich keinen Hörsturz erleide J! Doch damit nicht genug! Anscheinend hatte der gute Mann auch keine Taschentücher bei sich - der Rotz musste trotzdem weg! Was also tun? Klar, ihn richtig schön mit Schmackes hochziehen – mmmh, lecker! Spätestens da ist auch mein Appetit verflogen! Nun ja, wollte ihm schon fast ein Taschentuch von mir anbieten, ließ es dann aber doch sein. Irgendwann habe ich mich schließlich an die Eigenheiten des Iraners gewöhnt und widmete mich ausführlich dem Unterhaltungsprogramm auf meinem Monitor vor mir. Hier gab es alles, was das Herz begehrt! Etwa 150 Filme standen allein zur Auswahl, außerdem Musik über Musik und jede Menge Spiele – also für jedermann etwas dabei. Ich versuchte mich vor allem mit dem einen oder anderen Film abzulenken! Schlafen konnte ich während des gesamten Fluges kein bisschen, dazu war ich viel zu nervös! So versuchte ich mein Glück mit dem Simpsons-Film. Doch sorry Simpson-Fans, der konnte mich kein Stück begeistern! Nach einer halben Stunde musste ich ihn Wohl oder Übel wieder ausstellen. Na ja, bin halt doch eben mehr der Romantik-Fan!!! Die Zeit verging auf der ersten Strecke eher schleppend und mir graute schon vor dem nächsten Tag mit 15 Stunden Flugzeit.

DUBAI

Gegen 23Uhr Ortszeit (in Deutschland 20Uhr) bekamen wir in Dubai wieder Boden unter die Füße. Der Landeanflug von Wasser auf Festland war mehr als beeindruckend! Und noch viel mehr dann das riesige Flughafengelände. Wir brauchten allein eine halbe Stunde, um an unser Gate zu rollen – Wahnsinn. Mindestens genauso riesig wie das Außengelände entpuppte sich schließlich auch das Flughafengebäude selbst. Bevor ich die Passkontrolle erreichte, verging abermals eine halbe Stunde. Rollbänder über Rollbänder bahnten mir und meinem Handgepäck den Weg. An den Schaltern angekommen, entdeckte ich ein blondes Mädel aus meinem Flugzeug wieder, die ebenfalls das Ticket für das Millenium-Hotel in den Händen hielt. So sprach ich sie einfach an, ob wir dort nicht zusammen hin wollen. Klar, meinte sie, und so kamen wir schnell ins Gespräch. Sie heißt Signe und wollte ebenfalls nach Brisbane weiter, um dort ein halbes Jahr als Work and Traveller zu verbringen. Das passt ja gut, dachte ich und sympatisch ist sie obendrein. Zusammen machten wir uns auf den Weg zum Shuttlebus. Beim ersten Schritt vor die Tür bekamen wir allerdings erstmal einen Schlag. Man, war das eine Hitze! 30 Grad und das um diese Zeit! Und wir natürlich in Jeans und mit Strickjacke. Das Zeug musste dringend runter vom Leib.

Im Hotel angekommen, staunten wir nicht schlecht. Prunk soweit das Auge reichte. Und das in einem 3-Sterne-Hotel. Na ja, das entspricht bei uns wahrscheinlich einem 5-Sterne-Hotel. Marmor und vergoldete Krohnleuchter zierten die Eingangshalle. Irgendwie müssen Signe und ich wohl sehr hungrig ausgeschaut haben. Jedenfalls erhielten nur wir zwei Essens- und Trinkgutscheine für das Luxusrestaurant. Die anderen Fluggäste schauten ein wenig neidisch – hätten sie doch auch gerne noch eine Kleinigkeit zu sich genommen. Wir jedenfalls ließen uns nicht lumpen und nutzten erstmal das Snackangebot, bevor es hoch in unsere Zimmer ging. Na ja, Zimmer ist vielleicht noch untertrieben – für mich war es eher wie eine kleine Suite mit zwei großen Einzelbetten drin, gemütlicher Sitzecke und einem Luxusbad mit Wanne und großen Armaturen. Da ließ es sich gut aushalten! Schlafen konnte ich jedoch nicht gleich, war noch viel zu aufgekratzt. Zwei Uhr nachts fielen dann die Augen endlich zu. Um kurz vor 6 Uhr dann der Weckanruf – viel zu früh, aber um 8.40Uhr sollte der Flug ja weitergehen und nach den Streckenerfahrungen der vergangenen Nacht im Flughafengebäude wollten wir lieber nicht zu spät dran sein. Halb 7 war dann Abfahrt vom Hotel. Allerdings führte uns der Weg nicht direkt zum Flughafen, der geschätzte 1,5 Kilometer vom Hotel entfernt lag. Nein, wir fuhren erstmal durch die halbe Stadt. Auch schön, so hatten wir wenigstens noch was von Dubai – hier kommt man ja auch nicht alle Tage hin. Angekommen, mussten Signe und ich uns erstmal in eine ellenlange Schlange von Passagieren aller Emirates-Flüge einreihen für eine erste Handgepäckskontrolle. Erstaunlicherweise ging das recht fix, obwohl gut 600 Leute vor uns standen. Nach einer viertel Stunde waren wir durch. Gott sei Dank mussten wir uns nicht erneut einchecken, die Boarding Card für diesen Flug bekamen wir bereits in Hamburg. Also gleich auf zur Passkontrolle und von dort dann in die Abflughalle – ein weiterer Fußmarsch von 20 Minuten. Hier gab es jede Menge zu bestaunen – Luxusartikel über Luxusartikel waren hier zu finden. Doch auch für den Otto-Normal-Verbraucher gab es jede Menge. Signe kaufte sich noch etwas zu lesen und ich nutzte die noch verbleibende Zeit, um mich umzusehen.

FLUG NACH SINGAPUR

Der Abflug nach Singapur verzögerte sich diesmal um fast eine Stunde. So saßen wir noch eine ganze Weile im Wartebereich und waren ganz beeindruckt von der Vielzahl der Leute, die tatsächlich mit uns fliegen wollten. Das Flugzeug war noch größer als das erste – die Fensterreihen hatten jeweils noch einen Platz mehr. Die 7 Stunden nach Singapur vergingen diesmal schneller als die Strecke nach Dubai. Diesmal hatte ich auch einen angenehmen Sitznachbarn – ein junger Engländer, ebenfalls auf dem Weg nach Brisbane, der immer ganz froh war, wenn ich mein Essen nicht schaffte und er es haben konnte. Vor allem auf die Muffins zum Frühstück hat er es abgesehen. In Singapur hatten wir dann nur eine halbe Stunde statt der geplanten anderthalb Stunden Aufenthalt aufgrund des verspäteten Abflugs in Dubai. Einige Fluggäste sagten hier Adieu, doch die meisten wollten weiter nach Brisbane. Das Flugzeug wurde schnell neu betankt und jeder bekam wieder eine neue Decke, ein neues Kissen und neue Kopfhörer. Was für eine Verschwendung, dachte ich! Angeblich müsse das aus Sicherheitsgründen sein, wie uns ein netter Steward mitteilte. Die Stewardessen taten mir wirklich leid angesichts des Drecks, der in dieser halben Stunde auf sie wartete. Man mag es kaum glauben, dass wirklich Menschen im Flugzeug gesessen haben. Vor allem die Passagiere der ersten Klasse kannten überhaupt kein Benehmen. Auf dem Boden lag wirklich alles, was man sich nur vorstellen kann – von Essensresten über zerfetzte Zeitungen bis hin zu Klamotten. Unglaublich! Die dachten wahrscheinlich auch: Für meine Kohle kann ich Einiges an Service erwarten.

FLUG NACH BRISBANE

Nach der besagten halben Stunden fanden wir dann wieder ein sauberes Flugzeug vor und die letzte Etappe wartete auf uns. Noch einmal Starten und Landen und dann sollte ich wirklich am Ziel sein – Australien, ich komme!

Die Zeit verging auch hier relativ rasch. Allerdings hatte ich wirklich Probleme mit den vielen Zeitzonen, die wir durchquerten. Urplötzlich war es dunkel und dann auch wieder hell. Dementsprechend folgten auch die Mahlzeiten sehr rasch aufeinander. Kaum lag das Abendbrot hinter uns, gab es auch schon wieder Frühstück um 4.30 Uhr Ortszeit. Die letzten zwei Stunden nutzte ich, um über die Flugzeugkamera das Land meiner Träume von oben zu erkunden. Die Sicht war äußerst gut und so überquerten wir beeindruckende Landschaftsstriche.

Um 6.15 Uhr konnte ich dann endlich Brisbane erblicken – Wahnsinn. Dieser Landeanflug war mit Abstand der beste. Ist ja auch klar, denn hier wollte ich hin! Die Aufregung stieg von Minute zu Minute und einige wunderten sich schon über mein Grinsen, das von immer breiter wurde. 6.35Uhr stoppten wir pünktlich am Gate. Nun schnell raus aus dem Ding und zu Henning düsen, der mich abholen wollte. Na ja, ganz so schnell ging es dann doch nicht. Erstmal mussten Signe und ich noch eine Einreisekarte ausfüllen. Hier in Australien sind die Einfuhrregeln besonders streng. Man muss alles angeben, was man dabei hat, vor allem Essen jeglicher Art. Nun gut, ich hatte ja mein Kilo Schokolade dabei, sie aber nicht angeben, weil ich keine Lust hatte, dass der Zoll meine Klamotten in der Reisetasche durchwühlt. Also ließ ich es einfach drauf ankommen. Im Notfall hätte ich behauptet, dass ich davon nichts wusste und mir Mutti wahrscheinlich eine Überraschung machen wollte. Was hätten die auch mit mir tun sollen? Mehr als wegnehmen und wegschmeißen konnte ich mir nicht vorstellen. Im Flugzeug haben sie bei Falschangaben zwar vor vorrübergehenden Festnahmen gedroht, doch so richtig hat mich das nicht tangiert. Kritisch wurde es allerdings, als sich einer der vielen Spürhunde auffallend lange an meiner Tasche zu schaffen machte. Doch die Polizistin zog ihn schnell weg und meinte nur, dass in meiner Tasche doch bestimmt nichts sei. Gut so – schön, dass man Frauen immer so viel Vertrauen entgegenbringt. Männer hingegen müssen sich halb entkleiden, weil man sie wegen Drogenschmuggels verdächtigt nur aufgrund ihres Aussehens, ich hingegen wurde nicht einmal durchleuchtet. Ob man denen schon mal gesagt hat, dass Frauen eigentlich die schlimmeren Verbrecher sind J?!

Nun ja, dann nach nochmaligem langen Warten standen wir am Zoll. Noch einmal bibbern, dass die meine Schokolade nicht entdecken, was sie auch nicht taten, und dann war es endlich soweit. nach über 35 Stunden Reise konnte ich Henning endlich in die Arme fallen. Das war so ein tolles Gefühl! Hier begann mein Traum von Australien dann endlich Wirklichkeit zu werden.

Signe und ich hatten noch unsere e-mail-Adressen ausgetauscht und dann ging jede seiner eigenen Wege – Signe nach Sunshine Coast und ich mit Henning zu seinem neuen Zuhause im Stadtteil Mt. Gravatt. Die Fahrt dorthin mit dem Zug war mehr als aufregend – so viele neue Eindrücke und es war alles wirklich so, wie es mir vorgestellt habe. Henning, der Arme, musste mein Gepäck buckeln, während ich gar nicht genug kriegen konnte von der neuen großen Stadt. Selbst auf dem Weg von der Bushaltestelle bis zu Hennings Haus blieb ich immer wieder stehen, um erste Fotos zu schießen oder mit meinem Camcorder zu drehen. Um der Sonne etwas aus dem Weg zu gehen, gingen wir durch die hiesige Einkaufspassage – ein Fehler, denn auch hier gab es für mich so viel zu bestaunen. Zu allererst entdeckte ich die vielen geschmückten Weihnachtsbäume. Man, die sind ja noch verrückter als wir Deutschen und deutlich kitschiger. Schon komisch, da kommt man von draußen mit 30 Grad im Schatten rein und entdeckt die viele Weihnachtsdeko – passt doch gar nicht zusammen. Weiter vorbei ging es dann an der Obst- und Fischtheke. Man, da lief einem ja das Wasser im Mund zusammen. So herrlich angerichtet alles. Vor allem Krebse, Austern, Krabben und Tintenfische waren zu sehen. Ich als eigentlich nicht-so-gern-Fischesser bekam richtig Appetit.

ANKUNFT

Zu Hause bei Henning angekommen war ich völlig aufgedreht und das trotz Schlafentzugs (die letzten drei Tage insgesamt 9 Stunden!!!). Eigentlich auch gut, so konnte ich mich erstmal zwingen wach zu bleiben, um so dem Jetlag zu entgehen. Am Nachmittag machten wir dann die ersten wichtigen Besorgungen für mich und da kam sie dann über mich – die Müdigkeit schlug erbärmlich zu! So ein Gefühl hatte ich noch nie, hätte im Stehen einschlafen können! Also schnell nach Haus, mit Mutti telefonieren und dann ab in die Koje. So schlief ich erstmal bis zum Abendbrot etwa 1,5 Stunden und ab 20 Uhr war dann endgültig Sense. Da habe ich dann bis zum nächsten Morgen erstmal durchgeratzt.

Hier noch die Fotos: (Picasa wollte nicht so, wie ich wollte)

http://picasaweb.google.com/karina280683/FlugNachBrisbane

Mittwoch, 3. Oktober 2007

erste Fotos

so, endlich hab ich es auch mal geschafft ein paar Fotos hier zu hochzuladen...
Anreise

Sonntag, 30. September 2007

Erste Eindrücke

So, endlich finde ich mal ein bisschen Ruhe, um meine Gedanken zu sammeln und ein paar Zeilen nieder zu schreiben. Es ist morgens gegen sieben und ich bin durch die Zeitverschiebung früh wach geworden. Die Sonne scheint draußen, keine Wolke zu sehen, noch angenehme Temperaturen, sonst nix los: die richtige Zeit also.
Zunächst etwas zum

Flug

Also am 25. September sollte es nun losgehen "auf große Reise". Tags zuvor restliche Sachen zusammen gepackt und alles abfahrbereit gemacht. Normalerweise fällt mir so was ja nich so sonderlich schwer, aber man sollte doch schon überlegen, was man alles so mitnimmt, wenn man so lange weg ist. 20kg war limit. Also alles reingeproppt, was sich so finden ließ und ab die Post. Am Morgen dann mit den Eltern nach Rostock zum Bahnhof und "Time to say Goodbye". Nicht für sonderlich lange, da ich wohl in 5 Wochen hier von ihnen besucht werde. Zugfahrt nach Hamburg problemlos, wie auch der Shuttle zum Flughafen.
Dort angekommen, gönnte ich mir erst einmal etwas Zeit und mampfte genüsslich ein mitgebrachtes Brötchen. Dauerte nicht lange, da war der Check-In-Schalter offen und ich gesellte mich zu den Wartenden. Zu meinem Erstaunen brachte mein Koffer dann doch 23kg auf die Waage, aber das war wohl okay so - nix draufgezahlt. Auch gleich den Hotelgutschein (in Tourismusfachkreisen auch "voucher" genannt - Schwachsinn, nie vorher gehört) und die Boarding Card für den Weiterflug eingesackt. Nach einer kleinen Runde im Flughafen und kurzes Schauen aufs Rollfeld gings los mit dem Besetzen der Plätze im Flieger - Boarding Time! Natürlich "Holzklasse" gebucht, dafür aber nen Gangplatz. Damit man sich mal die Beine vertreten kann. War nen recht angenehmes Fluggerät - Airbus 340-500 - mit ner ganzen Menge Multimedia-Spielkram auf dem Display in der Rückenlehne meines Vordermanns. So was is auf jeden Fall richtig gut für lange Flüge um sich die Langeweile nicht an den Leib kommen zu lassen. Größeres Film- und Musikangebot, von Klassischem bis zu Neuestem. Weiterhin waren noch Spiele installiert, ähnlich einer Spielkonsole zu bedienen - eher NUR was Klassisches ;-) So weit, so gut. Saß neben nem jungen Deutschen, der Richtung Bankok zum Tai-Chi-Training unterwegs war... jedem das Seine! Der Flug verlief super und nach sechseinhalb Stunden sollten wir dann in den Vereinigten Arabischen Emiraten - konkret in Dubai - sicher wieder aufsetzen.
Nun hieß es "Raus aus dem Flieger" und "Rein in die Hitze". Ortszeit: gegen Mitternacht; Außentemperatur: 31°C. Ab in das Shuttle zum Flughafenhotel. Alles einfach gemacht für den gemeinen Touri, wie meinereiner. Kurz nen Zettel ausgefüllt und hoch ins Zimmer. Hm, von Dubai nicht wirklich was gesehen. Außer den riesigen Flughafen und nen Haufen Männer mit weißen Laken als umhang, anstatt Hemd und Hose ;-) Also noch nen Bad genossen und weggegrunzt. Weckruf morgens kam natürlich viel zu früh - rechtzeitig, aber für meine müden Augen viel zu früh - und so machte ich mich wieder auf die Socken in Richtung Flughafen. Dort angekommen das hunderttausendste Mal Pass- und Handgepäckkontrolle. Anschließend noch versucht, etwas von dem Flair der 98346396 DutyFree-Shops mitzubekommen. Doch auch mein Handgepäck war nicht das Leichteste und so ließ ich mich gemütlich in der Nähe des Abflug-Gates nieder. Dauerte nicht allzu lange und es war wieder "Boarding Time!"
Diesmal ne Boing 777. Zwei Sitze breiter als der Airbus (nämlich 10 statt 8), diese dafür aber auch etwas schmaler - danke ihr Flugzeugdesigner! Kam wieder am Gang zum Sitzen und hatte auch angenehm ruhige Nachbarn: Frau mittleren Alters aus Brisbane und ein Mann um die 50 aus Auckland, Neuseeland. Auch hier war das Medienangebot nicht schlecht, jedoch waren nur grobe Richtungen anzuwählen, Kanäle, und die spielten dann ununterbrochen. Nun ja. Wieder mal war Essenszeit. Wurde gut versorgt auf meinen Flügen hierher, da kann ich mich nicht beklagen. Durch den Zeitversatz bekam ich teilweise in kürzeren Abständen meine Mahlzeiten, als eigentlich üblich. Ich fands nich übel und ließ es mir schmecken. Dazu ne Dose Bier - passt. Jetzt ging es erst also Richtung Singapur, wo einige wenige Passagiere ein- und Aussteigen sollten. Die Reise dorthin war ca. 7 Stunden lang und verging auch "wie im Fluge" ... (hehe, kleiner Kalauer am Rande) Auch von Singapur sollte ich nicht viel mitbekommen. Obwohl wir alle aus dem Flieger mussten, ich nehme an wegen der Sicherheit beim Nachtanken, hatten wir keine Zeit noch aus dem Flughafen zu kommen. Also alle wieder rein in Flieger - freilich nach erneuter Kontrolle aller Formalitäten. Los gings nach Brisbane! Hier auf diesem Teilstück wurde mir dann doch ein bisschen langweilig und ich versuchte einzudösen - ohne merklichen Erfolg. Mit reichlich Rückenwind (ca. 200km/h) über dem 5. Kontinent und kleinen Turbulenzen erreichten wir sicher den Ort meines Aufenthalts für die nächsten 6 Monate. Auch hier muss ich wieder der Airline und der gesamten Reiseorganisation Respekt zollen, da alles reibungslos lief und ich _mit_ meinem Koffer früher als erwartet aus dem Flughafengebäude konnte.

So, genug Fliegerei. Muss ich nicht jeden Tag haben, so was. Weiter gehts mit der

Kontaktaufnahme

Da ich also nun eine halbe Stunde früher als erwartet an der Straßenkante stand, rief ich meinen zukünftigen Betreuer, Neeli, an, ob der mich nicht jetzt schon abholen könnte - no problem. Er kam dann zwar doch erst um 8 (morgens), wie zuvor vereinbart, aber ich war froh, jetzt nicht schon komplett auf eigene Faust hier loslegen zu müssen. Zu meinem Erstaunen nieselte es etwas bei 20°C Außentemperatur, was mir nur recht war, denn es brachte etwas Ruhe in mein Gemüt. Da das Zimmer in einer WG schon organisiert war, fuhren wir gleich dorthin, um meine Klamotten los zu werden und ne gehörige Dusche zu nehmen. Auch meinen Vermieter, Armin, der ebenfalls im gleichen Haus wohnt, bekam ich gleich zu Gesicht. Alles nette Leute bisher. Nach kurzer Verweildauer zeigte Neeli mir dann noch das nahegelegene Einkaufszentrum, wonach sich unsere Wege trennten. Inzwischen war es später Vormittag und die aufgerissene Wolkendecke ließ mich einen Vorgeschmack auf Kommendes erahnen - sengende Sonne. Aber ich war guter Dinge und so machte ich mich nach einem kurzen Snack erneut auf, die umliegende Gegend zu erkunden. Recht ruhig gelegener Wohnkomplex mit Pool und Tennisplatz. Beides bis jetzt noch nicht probiert. Alles zunächst zur vollsten Zufriedenheit - bis auf dass mein Zimmer noch keine Möbel hatte...
An diesem Abend sollte ich keinen der Mitbewohner mehr sehen, da ich mich recht früh in die Horizontale begab. Genau das wurde mir allerdings zum "Verhängnis": gegen Mitternacht aufgewacht und nicht mehr eingeschlafen. Nächsten Morgen gegen achte wieder hingelegt und bis 14Uhr durchgeratzt. Mist Zeitverschiebung! Am späten Nachmittag konnte ich dann auch meinen zweiten Mitbewohner kennenlernen. Ein Franzose, E-Techniker, auch Praktikum im Studium, auch 6 Monate, gleiche Uni und Arbeitsgruppe und wahrscheinlich auch gleiches Büro! So hoffe ich, dass mir das vieles erleichtert, da er schon 4 Wochen hier ist und mir die grundlegendsten Sachen zeigen kann.
Nach einer weiteren (nahezu komplett schlaflosen) Nacht war Möbelbeschaffung angesagt. Der Vermieter, 29, ursprünglich Iraner, aber schon lange in Australien, kaufte auch erst vor 3 Wochen dieses beschauliche Häuschen. So kam er halt noch nicht dazu, sich um "Kleinigkeiten", wie Bett, Stuhl und Tisch für die Mitbewohner, zu sorgen ;-) Also liehen wir uns gestern einen Pickup aus und fuhren nach Zeitungsrecherche zu "garage sales". Also Privatverkäufe von gebrauchten Dingen - von Möbel über Spielzeug bis Autoreifen. Oftmals trafen wir nur äußerst minderwertige Qualität an und der Preis misfiel Armin sowieso immer. So kurvten wir den ganzen Tag durch die City und ließen uns auch von dem kleinen niedlichen Feuerball da am Himmel nicht abhalten. Ich meinte so zu ihm, dass das so etwa den heißeren Tagen in Deutschland entspräche, woraufhin er nur zu grinsen anfing und mir so was wie: "warte mal auf den Sommer hier" erwiderte... na, ich hoffe, wir werden damit klar kommen. Am Ende des Tages hatten wir dann doch noch alles Nötigste zusammen bekommen und begaben uns über einen Abstecher in das größte Einkaufszentrum (Passage), das ich je sah, auf den Heimweg. Ich kann nur sagen: feine Sache so nen Bett und nen Tisch!

So, ich denk mal, ich werd die nächsten Tage genug Neues erleben, um euch davon berichten zu können...